Seekrankheit

Seekrankheit

 

Einige Segler leiden unter Seekrankheit wenn das Boot zu sehr schwankt. Sehr viele Menschen haben Probleme mit Seekrankheit unter Deck, auch deshalb, weil der Körper ein Schwanken wahrnimmt, während die Augen dem gegenüber ein sich nicht bewegtes Schiffsinneres sehen aber gleichzeitig das Gleichgewichtsorgan im Innenohr den Bewegungswechsel dem Gehirn zusendet. Das Gehirn reagiert mit diesen Widersprüchen mit Schwindel, Übelkeit, Erbrechen. Erst wenn sich das  Gehirn nach ca. 3 bis 5 Tagen auf bewegter See an das unbekannte Bewegungsmuster gewöhnt hat können die Beschwerden abnehmen. Nur jeder zehnte Deutsche bleibt von der Seekrankheit völlig verschont.
Wer noch nie auf dem Meer gesegelt ist oder der mit Seekrankheit zu kämpfen hat, sollte Rudergehen und mit den Augen den Horizont fixieren. Man sollte sich so viel wie möglich an Deck aufhalten und es beim Segeln so gut wie möglich vermeiden, unter Deck zu gehen. Beschäftigungen, die Konzentration verlangen (z.B. Lesen) sollten auch vermieden werden. Ausreichend trinken, frische Luft – kein Küchendampf oder Zigarettenrauch und vor allem in südlichen Ländern sich vor direktem Sonnenlicht schützen (Bikini, Kopfbedeckung).
Seekrankheit ist auch oft psychologisch bedingt. Wer sich ständig selbst fragt: “bin ich schon seekrank?” oder sich beim Segeln pausenlos mit dem Thema beschäftigt wird leichter seekrank als jemand der sich mit anderen Dingen beschäftigt.
Wichtig ist auch, sich nicht passiv schaukeln zu lassen, sondern aktiv das Schaukeln ausbalancieren. Wer am Ruder steht und sich mit den Beinen stets ausbalanciert, wird kaum Probleme haben.
Die See ist für viele ein unbekanntes Element. Wer an Bord aktiv mit segelt und nachfragt, um Verständnis für die Physik des Segelns zu bekommen, wird es viel leichter haben als jemand, der sich mit der Thematik Boot nicht beschäftigt und bei der ersten leichten Böe, wenn sich das Boot zu 10° zur Seite legt (“Krängung”) denkt: wenn das so weiter geht fällt das Boot gleich um…
Es gibt auch Medikamente, die der Seekrankheit vorbeugen. Auch Vitamin C oder auch Ingwer als Tropfen, Bonbons oder Kapseln können helfen. Die Wirkstoffe Diphenhydramin und Dimenhydrinat gibt es als Tabletten oder im Superpep-Kaugummi aus der Apotheke. Natürlich hilft auch viel Schlaf und leichte Kost. Beim Essen auf fette Speisen verzichten und stattdessen Fisch, Kartoffeln, Gemüse, Obst oder eine Mehlspeise z.B Pfannkuchen auf den Tisch bringen. Achtung: auch ein leerer Magen schützt nicht vor Übelkeit. Für Freunde der Homöopatie gibt es Cocculus D6 und Nux vormica D6.
Wichtig für jemanden, der Ansätze von Seekrankheit verspürt, ist, dem Skipper und evtl. anderen Mitseglern sofort Bescheid zu geben. Es gibt keinen Grund, dem Skipper aufkommende gesundheitliche Probleme zu verschweigen. Den anderen Mitseglern “den Spaß nicht verderben” wollen und deshalb nichts über ein mulmiges Gefühl im Magen zu sagen ist kein Argument, zumal es anderen Mitseglern meist ähnlich ergeht. Der Fairness halber sollte der Skipper immer über den gesundheitlichen Zustand informiert werden.
Zu beachten ist auch, dass vor einem Tön mit längerer Überfahrt sichergestellt sein sollte, ob man seefest ist, da Seekrankheit über mehrere Tage hinweg ein gesundheitsgefährdender oder sogar lebensbedrohlicher Zustand sein kann (z.B. wenn Nahrungs- und Flüssigkeitsaufnahme durch Erbrechen nicht mehr möglich ist). Deshalb: Finger weg von Hand-gegen-Koje-Segeltörns mit mehrtägiger Überfahrt beim ersten Törn!

 

 

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