Rudergehen

Drückt man die Pinne zur Seite, so luvt das Boot an oder fällt ab, während beim Steuern mit Steuerrad auch der aktuelle Ruderausschlag berücksichtigt werden muss.
Wer das erste Mal am Steuer einer Yacht steht, sollte zunächst einmal versuchen, das Boot genau geradeaus fahren zu lassen, also „die Drehung aus dem Schiff zu nehmen“. Dazu verwendet man am einfachsten Landmarken, sofern vorhanden. Suche dir dazu einen Punkt an Land in Verlängerung des Vorstags oder einer Relingsstange am Vorschiff („Landmarke“) und steuere so, dass die Landmarke nicht seitlich auswandert. Als Landmarken eignen sich Häuser, markante Bäume, Berggipfel etc. – also alles was sich nicht oder kaum bewegt. Vorbeifahrende Boote allerdings sind als Landmarken ungeeignet.
Viele Yachten haben eine Anzeige für den Ruderausschlag, z.B. beim Autopilot. Eine Markierung am Lenkrad zeigt oft, wann das Ruder genau gerade steht.
Wenn sich gerade keine Landmarke anbietet, kann der Kompass dabei helfen, den Kurs zu halten. Im Allgemeinen gilt: Ist der anliegende, aktuelle Kurs kleiner als der Sollkurs, nach rechts steuern um die „Gradzahl zu erhöhen“. Um die Gradzahl zu verringern, nach links steuern.
Im Gegensatz zur Jolle „lenkt“ man wie beim Lenkrad im Auto: um nach Steuerbord zu fahren dreht man das Steuerrad im Uhrzeigersinn.
Merke: schlage das Ruder möglichst wenig ein – mehr als 30° sollten im Allgemeinen nicht nötig sein. Wer das Ruder zu sehr einschlägt, läuft Gefahr zu übersteuern: um den aktuellen Kurs zu korrigieren, wird das Ruder so sehr eingeschlagen, dass über den Sollkurs hinausgeschossen wird – und man wieder korrigieren muss. Je größer die Abweichung vom Sollkurs, desto mehr kann man das Ruder einschlagen, sollte aber dann den Ruderausschlag kontinuierlich reduzieren, so dass die Yachten beim Erreichen des Sollkurses sich nicht weiter dreht.
Je gößer die Geschwindigkeit des Bootes, desto größer ist die Ruderwirkung. Vor allem bei Flaute muss man das Ruder sehr weit einschlagen, um das Boot zu drehen. Aber es sollte berücksichtigt werden, das ein voll eingeschlagenes Ruder bremst und einem evtl. das letzte bißchen Fahrt nimmt. Dann ist es besser, das Ruder auf geradeaus zu stellen, Fahrt aufzunehmen und dann mit kräftigem aber nicht vollständigen Rudereinschlag das Boot zu drehen.
Unter Segeln gilt: langsam anluven (um nicht zu übersteuern – „an den Wind herantasten“); und zügig abfallen, um nicht mit schlagendem Segel stehen zu bleiben und die Ruderwirkung zu verlieren.

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