Gleiten / Verdrängerfahrt

Größere Yachten können im Allgemeinen nicht mehr gleiten, sondern verbleiben in Verdrängerfahrt.
Das bedeutet, dass die Rumpfgeschwindigkeit, also diemaximale Geschwindigkeit in Knoten durch die Wurzel der Wasserlinienlänge multipliziert mit dem Faktor 2,43 gegeben ist.
Kann sich das Boot nicht auf die eigene Bugwelle setzen, also wenn das Boot auf Verdrängerfahrt beschränkt ist, so ist diese Rumpfgeschwindigkeit vergleichbar mit der Lichtgeschwindigkeit: man kann nicht schneller werden.
Wird mit Rumpfgeschwindigkeit oder wenige Knoten schneller (z.B. 0.2kn) gefahren, so steigt der Energieaufwand exponentiell an, was sehr unwirtschaftlich im Bezug auf Kraftstoffverbrauch ist und einen rießigen Wellenberg nach sich zieht, der die ungenutzte Energie transportiert.
Unter Segeln wird sich das Boot immer weiter krängen sobald man sich der Rumpfgeschwindigkeit annähert und auch unter Segeln wird man nicht merklich darüber hinaus kommen.
Eine wichtige „Anwendung“ hat diese Tatsache beim Schleppen: angenommen man lässt sich von einem größeren Schiff schleppen (z.B. Containerschiff), so muss es seine Geschwindigkeit auf unter die Rumpfgeschwindigkeit des geschleppten Bootes reduzieren.
Geschieht das nicht, so wird entweder die Befestigungsklampe ausreißen, die Leine reißen oder, falls das nicht geschieht, wird das Boot mit dem Bug voraus unter Wasser gezogen.

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