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Panik an Bord?

Besonders unangenehm ist es, wenn der Skipper selbst panisch wird, da sich dann die Panik auch auf die Crew überträgt.
Ein guter Skipper sollte in allen Situationen die Ruhe bewahren und stets sachlich Kommandos geben. Das sorgt für ein gutes Rundumgefühl der Crew.
Bei Problemen in einen Schock zu verfallen, oder nur „vor sich herzuschimpfen“ ist kontraproduktiv.
Man sollte sich im Klaren sein, dass fast immer genug Zeit ist, sich zu vergewissern:
Zieht ein Sturm auf See auf und möchte man die Segel bergen – sind die Schoten im Wasser und könnten in die Schraube kommen?
Braucht ein Mitsegler beim Hafenmanöver länger als der Skipper, um einen Knoten zu vollenden, sollte man sich im Klaren sein, dass man außer bei Sturm fast alle Zeit der Welt hat, sobald eine Leine mal halbwegs fest ist.
Es ist völlig unnötig, die Segler auf den Nachbarschiffen mit einem flotten Manöver zu beeindrucken, wenn dafür ein Stress-Klima geschaffen wird.
Selbiges gilt für Ankermanöver: lieber ein paar Mal öfters ankern und wissen, dass der Anker hält als Imponiergehabe an den Tag legen.
Als Mitsegler sollte man stets wissen: es gibt aus praktisch jeder Situation einen Weg, Besatzung und Boot sicher in einen Hafen zu bringen. Und mit vielen Seemeilen an Erfahrung wird der Skipper auch problemlos jede Situation meistern.

Fischernetze

Fischernetze sind tagsüber durch Markierungsbojen relativ gut auszumachen und sollten mit Abstand umfahren werden.
Nachts sieht man unbeleuchtete Fischernetz-Markierungsbojen allerdings nicht, so dass die Gefahr besteht, dass sich der Kiel, der Propeller (v.a. bei Motorfahrt) oder das Ruder im Netz verhängen und das Boot auf der Stelle halten.
Durch Bergen der Segel kann man den Zug von den Leinen nehmen und dann per Bootshaken versuchen, das Netz so zu „versenken“, dass Kiel und Co. wieder frei sind.

Fischernetz

Lenzpumpe

An Bord gibt es neben der obligatorischen Handlenzpumpe oft auch eine elektrische Lenzpumpe.
Die Lenzpumpe ist in der Bilge, also dem tiefsten Punkt der Yacht angebracht, wo das Wasser im Fall einer Leckage zusammenläuft.
Wichtig ist natürlich, die Leckage sofort zu finden und zu beheben, zum Beispiel indem man ein Segel an der Bordwand außen positioniert etc.

Notpinne

Wenn die Steuerkette bricht, die den Ruderquadranten mit dem Steuerrad verbindet, so kann mit der Notpinne gesteuert werden, die direkt auf den Ruderquadranten aufgesteckt wird.
Allerdings hat man dabei einen relativ schwachen Hebel, so dass wohl nur mit vereinten Kräften das Boot gesteuert werden kann.

Rettungsinsel

Für manche Segler scheint die Rettungsinsel fälschlicherweise eine Art Heiliger Gral zu sein.
Dabei muss man sich bewusst sein, dass eine noch halbwegs schwimmende Yacht um einiges sicherer ist als eine kleine wackelige Rettungsinsel.
Außer bei einem Brand an Bord, der mit keinen Mitteln mehr unter Kontrolle gebracht werden kann oder beim Sinken der Yacht sollte man also den Zeitpunkt, in die Rettungsinsel zu steigen, so weit wie möglich herauszögern (siehe Fastnet-Regatta).
Wenn doch benötigt, wird die Rettungsinsel, die an Bord an einem möglichst gut zugänglichen Ort an Deck aufbewahrt wird, zunächst entzurrt.
Die Leine der Rettungsinsel wird an Bord befestigt, dann wird die Rettungsinsel über Bord geworfen, die Reißleine gezogen – und die Rettungsinsel bläßt sich vollautomatisch auf.
Anschließend steigt die Mannschaft in die Rettungsinsel und kappt die Verbindung zum „Mutterschiff“.
Notfalls – also beim Sinken der Yacht – würde die Leine zwischen Yacht und Rettungsinsel an einer Sollbruchstelle reißen.
Wichtig an Bord der Rettungsinsel ist neben Proviant auch eine Seenotfunkbake (EPIRB). Sie sendet, sobald ihre Antenne ausgeklappt wird, vollautomatisch ein Seenotsignal mit GPS-Position und Identität der Yacht an die Einsatzkräfte. Per Homing-Signal können Rettungsfahrzeuge vor Ort das EPRIB orten.

Sicherheit an Bord

Sicherheit

Todesursache Nummer 1

Überbordpinkeln bei Nachtfahrten ist Todesursache Nummer 1 beim Segeln. Deshalb auch bei leichtem Wind bei Nachtfahrten oder wann auch immer kein anderer mit an Deck ist stets Lifelines tragen.

Sicherheit an Bord

Es mag unglaublich klingen, aber es ist wahr: bei stabiler Wetterlage, schönstem Wetter und vorhergesagtem leichten Wind können scheinbar aus dem Nichts Sturmböen entstehen, die bei voller Besegelung eine Yacht (v.a. bei einem unerfahrenem Rudergänger) leicht so sehr krängen, dass es der Besatzung nicht mehr möglich ist, sich im Cockpit irgendwo festzuhalten. Es kommt sicherlich nicht in jedem Revier mit gleicher Häufigkeit vor, aber es gibt Reviere, die für solche Wetterphänomene fast schon berüchtigt sind (Beispiel: plötzlich auftretende Starkwinde im äolischen Dreieck, Bora in Kroatien, die allerdings nicht völlig unerwartet auftritt, wenn man ihre Vorboten kennt).

Aus diesem Grund sollte unter Segeln stets Sicherungsgeschirr getragen werden („Lifelines“). Denn wenn man nicht von Bord gehen kann, da gesichert, kann einem schon weitaus weniger passieren.
Rettungswesten (auch automatische) bieten nur einen bedingten, zusätzlichen Schutz, da es sehr schwierig sein kann, einen Überbordgefallenen bei Seegang und Sturm zu bergen, vor allem wenn der Überbordgefallende nicht aktiv mithelfen kann (da z.B. ohnmächtig, in Panik…).
Also: besser gesichert sein und nicht über Bord fallen können.
Eine eigene Automatikweste ist beim Segeln sehr vorteilhaft, weil sie nicht so globig ist wie eine Feststoffweste und die Bewegungsfreiheit beim Segeln nicht einschränkt. Das bedeutet, dass man weniger widerwillig sein wird, eine Automatikweste auch bei Schönwetter zu tragen.
Grundsätzlich gilt: nur getragene Rettungswesten/Schwimmhilfen bieten Schutz, im Kabinenschrank sind sie völlig nutzlos.

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