Archiv nach Kategorien: Gesundheit

Reiseapotheke

Reiseapotheke

Medikamente sind kühl zu lagern. Vor der Reise für gute Etikettierung
sorgen und Verfallsdatum beachten. Alles für Kinder unerreichbar aufbewahren.
In warmen Ländern können Sprühdosen explodieren und Zäpfchen schmelzen.

Folgende Medikamente sollten mit auf die Reise gehen:

  • Reisekrankheit (Super Pep)
  • Insektenschutzmittel (Autan)
  • Schmerzmittel
  • Magenbeschwerden
  • Sodbrennen
  • Durchfall
  • Sonnenschutzmittel
  • Salbe zur Behandlung von Prellungen
  • Wundsalbe
  • Wunddesinfektion (Jod)
  • Fußpilz
  • Augentropfen
  • Fieberthermometer

Verbandszeug
Mullbinden, elastische Binden, Verbandpäckchen, Pflaster

Sonnenbad und Sonnenbrand

Aufgrund der Reflexion des Wassers ist die Gefahr auf dem Wasser einen Sonnenbrand zu bekommen sehr groß. Deshalb sollten man sich von Anfang an mit einer Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor vor einem Sonnenbrand schützen.
Auch wenn Urlaubsbräune verführerisch sein mag: zu groß ist die Gefahr, dass sich die Haut nach einem Sonnenbrand abschält und sich das Hautkrebsrisiko vergrößert.
Wer sich tatsächlich bräunen möchte, sollte bereits Wochen vor dem Törn einige Zeit in der Sonne verbringen, damit sich die Haut auf die Sonne einstellen kann und kann dann mit einem niedrigeren Lichtschutzfaktor in den Urlaub starten, ohne dass es zu einem Sonnenbrand kommt.

 

Sollte es trotz aller Vorsichtsmassnahmen zu einem Sonnenbrand kommen dann sollte erst einmal im Schatten gekühlt werden, ist auch durch eine kühle Dusche oder feuchte Handtücher möglich um die Entzündung einzudämmen. Acetylsalicylsäure (ASS) oder Ibuprofen = Entzündungshemmend  in Kombination mit Vitamin C = macht die freien hautschädigenden Radikale unschädlicher die beim Sonnenbad entstehen, so könnte z.B „Aspirin plus C“ helfen. Mit einem starken Sonnenbrand sollte man immer einen Arzt konsultieren.

Mücken auf See

Mücken auf See

Auf hoher See gibt es keine Mücken bis auf die, die man selbst per Schiff transportiert hat. Sehr wohl aber gibt es Mücken wenn Süßwassertümpel in der Nähe sind.

Alle Stechmücken sind zur Fortpflanzung auf stehendes bzw. nur langsam fließendes Wasser angewiesen. Ausschließlich die Weibchen der Stechmücken sind Blutsauger, während sich die Männchen von Pflanzensäften ernähren. Das Weibchen benötigt mindestens eine Blutmahlzeit zur Produktion der Eier, welche nach Befruchtung direkt auf die Wasseroberfläche gelegt werden. Hieraus schlüpfen frei schwimmende Larven. Die Larven verpuppen sich und anschließend schlüpft die fertige Mücke aus der Puppe. An Seen oder Tümpeln ist daher meist mit einer hohen Anzahl an Stechmücken zu rechnen. Die Mücken stechen vor allem während der Dämmerung sowie nachts.

Mücken gelten bei uns in Deutschland als lästige Plagegeister. In anderen Regionen der Erde, vor allem in den Tropen und Subtropen, können Mückenstiche dagegen lebensbedrohliche Krankheiten wie  Malaria, Gelbfieber oder Dengue-Fieber übertragen.

Mückenabweisende Hautmittel /Repellents (repellere lat.–> vertreiben)

Repellents sind insektenabweisende Substanzen, die bei den Arthropoden (Bremsen, Fliegen, Stechmücken, Zecken) durch Bildung eines „Duftmantels“ das olfaktorische System stören und somit das Insekt fernhalten, aber nicht abtöten wie die Insektizide.

Wirkstoff Diethyltoluamid (DEET) ist als Spray, Gel, Lotion und Creme in Konzentrationen von 5 bis 90 Prozent erhältlich und gilt weltweit als wirksamstes Insektenabwehrmittel. z.B NOBITE Haut (Wirkstoff 50 % DEET). DEET hat den Nachteil, dass es Plastik angreift und dass es gelegentlich zu Hautreizungen kommen kann.

Wirkstoff Icaridin

z.B NOBITE Haut Sensitive:  Wirkstoff 30% Icaridin

z.B AUTAN als Spray, Gel oder Lotion: Wirkstoff 20% Icaridin

z.B Ballistol Stichfrei, wie Sonnenöl aufzutragen. Wirkstoff: Icaridin und Öle

Pflanzliche Repellentien: Bergamottöl, Eukalyptusöl, Kampfer, Knoblauchextrakte, Kokosnußöl,  Lavendelöl, Pyrethrum, Zitronellöl, Lavendelöl,  Zedernöl,  Eukalyptusöl und Pfefferminzöl. Tests zeigen jedoch, dass die pflanzlichen Repellentien nur wenig Wirkung zeigen.

 

Nach einem Insektenstich: Hat die Mücke zugestochen, hilft Kühlung. In der Apotheke gibt es verschiedene kühlende Gels mit antiallergischer Wirkung (z.B Fenistil Gel) oder auch mit einem geringen Anteil an Cortison. Auch das Kühlen mit Eiswürfeln kann Linderung verschaffen. Nicht kratzen! Sonst verteilt sich das Gift und das Infektionsrisiko steigt.

Hohe Temperaturen (ca.50°C) zerstören das juckreizauslösende Protein. Bite Away Cobra Stichheiler  arbeitet nach diesem Prinzip und wirkt mit konzentrierter Wärme auf die betroffenen Hautstellen. Es kann auch ein im heißem Wasser gut erwärmter Teelöffel sofort nach einem Insektenstich den Juckreiz lindern.

Trinke viel Wasser und benutze After-Sun-Lotions am besten aus dem Kühlschrank.

Landkrankheit

Wenn sich der Körper nach ca. 2 Tagen daran gewöhnt hat, dass es leicht schaukelt, schaukelt es bei manchen Menschen auch dann weiter wenn man an Land ist. Oftmals ist das in engen Räumen oder beim Gehen („Seebeine“/“torkeln“) zu spüren.
Auch wenn die Landkrankheit nach einem Tag wieder verschwindet, gibt es (wenige) Menschen, die lieber gleich wieder zurück an Bord wollen.

Seekrankheit

Seekrankheit

 

Einige Segler leiden unter Seekrankheit wenn das Boot zu sehr schwankt. Sehr viele Menschen haben Probleme mit Seekrankheit unter Deck, auch deshalb, weil der Körper ein Schwanken wahrnimmt, während die Augen dem gegenüber ein sich nicht bewegtes Schiffsinneres sehen aber gleichzeitig das Gleichgewichtsorgan im Innenohr den Bewegungswechsel dem Gehirn zusendet. Das Gehirn reagiert mit diesen Widersprüchen mit Schwindel, Übelkeit, Erbrechen. Erst wenn sich das  Gehirn nach ca. 3 bis 5 Tagen auf bewegter See an das unbekannte Bewegungsmuster gewöhnt hat können die Beschwerden abnehmen. Nur jeder zehnte Deutsche bleibt von der Seekrankheit völlig verschont.
Wer noch nie auf dem Meer gesegelt ist oder der mit Seekrankheit zu kämpfen hat, sollte Rudergehen und mit den Augen den Horizont fixieren. Man sollte sich so viel wie möglich an Deck aufhalten und es beim Segeln so gut wie möglich vermeiden, unter Deck zu gehen. Beschäftigungen, die Konzentration verlangen (z.B. Lesen) sollten auch vermieden werden. Ausreichend trinken, frische Luft – kein Küchendampf oder Zigarettenrauch und vor allem in südlichen Ländern sich vor direktem Sonnenlicht schützen (Bikini, Kopfbedeckung).
Seekrankheit ist auch oft psychologisch bedingt. Wer sich ständig selbst fragt: “bin ich schon seekrank?” oder sich beim Segeln pausenlos mit dem Thema beschäftigt wird leichter seekrank als jemand der sich mit anderen Dingen beschäftigt.
Wichtig ist auch, sich nicht passiv schaukeln zu lassen, sondern aktiv das Schaukeln ausbalancieren. Wer am Ruder steht und sich mit den Beinen stets ausbalanciert, wird kaum Probleme haben.
Die See ist für viele ein unbekanntes Element. Wer an Bord aktiv mit segelt und nachfragt, um Verständnis für die Physik des Segelns zu bekommen, wird es viel leichter haben als jemand, der sich mit der Thematik Boot nicht beschäftigt und bei der ersten leichten Böe, wenn sich das Boot zu 10° zur Seite legt (“Krängung”) denkt: wenn das so weiter geht fällt das Boot gleich um…
Es gibt auch Medikamente, die der Seekrankheit vorbeugen. Auch Vitamin C oder auch Ingwer als Tropfen, Bonbons oder Kapseln können helfen. Die Wirkstoffe Diphenhydramin und Dimenhydrinat gibt es als Tabletten oder im Superpep-Kaugummi aus der Apotheke. Natürlich hilft auch viel Schlaf und leichte Kost. Beim Essen auf fette Speisen verzichten und stattdessen Fisch, Kartoffeln, Gemüse, Obst oder eine Mehlspeise z.B Pfannkuchen auf den Tisch bringen. Achtung: auch ein leerer Magen schützt nicht vor Übelkeit. Für Freunde der Homöopatie gibt es Cocculus D6 und Nux vormica D6.
Wichtig für jemanden, der Ansätze von Seekrankheit verspürt, ist, dem Skipper und evtl. anderen Mitseglern sofort Bescheid zu geben. Es gibt keinen Grund, dem Skipper aufkommende gesundheitliche Probleme zu verschweigen. Den anderen Mitseglern “den Spaß nicht verderben” wollen und deshalb nichts über ein mulmiges Gefühl im Magen zu sagen ist kein Argument, zumal es anderen Mitseglern meist ähnlich ergeht. Der Fairness halber sollte der Skipper immer über den gesundheitlichen Zustand informiert werden.
Zu beachten ist auch, dass vor einem Tön mit längerer Überfahrt sichergestellt sein sollte, ob man seefest ist, da Seekrankheit über mehrere Tage hinweg ein gesundheitsgefährdender oder sogar lebensbedrohlicher Zustand sein kann (z.B. wenn Nahrungs- und Flüssigkeitsaufnahme durch Erbrechen nicht mehr möglich ist). Deshalb: Finger weg von Hand-gegen-Koje-Segeltörns mit mehrtägiger Überfahrt beim ersten Törn!